Die stade Zeit

Beilngries 2017

Die Städte werden geschmückt, Beleuchtungen werden aus dem Keller geholt, Dekoration hier, volle Einkaufszentren dort, Christkindlmärkte überall.  Die Radiosender haben die Weihnachts-Playlisten schon parat und warten darauf endlich „Last Christmas“ rauf und runter spielen zu dürfen. Kinder schreiben, oder malen die Wunschzettel aus, während sich die Erwachsen gemütlich um das Glück der Familie kümmern. Heimlich werden Geschenke gekauft, damit die lieben überrascht werden. 
„Stade Zeit“ bedeutet wörtlich „die stille Zeit“ , die Advents- und Weihnachtszeit. Ist diese Zeit wirklich so still? Ich glaube Weihnachten ist genau das Gegenteil.  Zumindest einen ganzen Monat lang. Ruhig und entspannt ist was anderes.


Sobald die ersten Kerzen brennen und die Mamas, die vor Monaten gekaufte Weihnachtsdekoration auftischen und der Adventskalender an der Wand hängt ist es vorbei mit der Ruhe. Je mehr Kerzen brennen, desto weniger „stade Zeit“ hat man. Mathematisch formuliert, wäre dies eine indirekte Proportionalität. Spätestens beim Einkaufen merkt man, wie aufgeladen (natürlich vor Freude) die Menschen sind. Eine falsche Handlung oder ein falsches Wort und der Teufel ist los. An einem anderen Tag wäre das gar nicht so schlimm, aber es is ja „die stade Zeit“  😉

 


Wirklich gemütlich, endlich entspannt und ohne Hektik trifft man sich erst auf dem Christkindlmarkt. Unter der Woche üben wir wieder die indirekte Proportionalität ;). Aber dann, nach paar Wochen und Tagen kommt dieser Tag und dann ist tatsächlich „ois  staaad“ ! Für eine kurze Zeit kehrt Pause ein. Ein Teil der Welt scheint still zu stehen und man taucht in eine andere Dimension ein. Wir kapseln uns regelrecht von dieser schnellen, großen, gemeinen Welt ab und es bleiben nur noch wenige Quadratmeter übrig. Hoffnung,  leuchtende Kinderaugen, die liebsten, nervöse und stolze Mamis und irgendwo in dieser kleinen Welt steht auch der Weihnachtsbaum als Zentrum der Freude im Raum. Hoffentlich mit vielen Geschenken. Geschenke müssen nicht unbedingt mit Papier und Karton verpackt worden sein. Oft sind Worte und Gesten die besten und wichtigsten Geschenke !!

Diese, ach „so stade Zeit“ geht auch an mir nicht vorbei. Ich bin aktiv dabei, hauptsächlich beim Einkaufen. Beim Dekorieren helfe ich ungern mit, aber ich hab viel Freude daran alles anzuschauen. Außerdem breche ich Weihnachten immer wieder meinen persönlichen Rekord. Zumindest gefühlt, in der Kategorie „Senderwechselrekord“. Irgendwann wird mir das zuviel „Last Christmas“ im Radio aber trotzdem ist es schön. 
Ich wünsche allen viel Spass beim Vorweihnachtsstress und besinnliche Feiertage.

Servus, Mevluet….

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